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Sonntag, 30. November 2014

Orient im Advent




Draußen hat der Herbst jetzt im Advent nun doch endlich Einzug gehalten. Nasskaltes Wetter, im Morgengrauen hängen Nebelschwaden auf den Feldern, die Bäume sind beinah schon laublos.... Zeit also für Wärme für Seele und Magen.


Als wir vor ein paar Tagen Freunde besuchten, die es sich in der Nähe auf einem Gehöft - einsam zwischen zwei Ortschaften umrahmt von Wald und Feld - äußerst wohnlich gemacht haben, stieg mir der Duft von warmem Schafskäse, Tomaten und wärmenden Gewürzen in die Nase. Der Abend war sehr gemütlich, mit netten Gesprächen, ergrautem Hund, kuscheligem Schaffell, erdigem Rotwein und ruhiger Musik.

Da mir der Geruch nicht aus der Nase ging, musste ich heute kreativ werden. Was gab der Kühlschrank denn so her?

  • Champignons
  • Kartoffeln
  • Kirschtomaten
  • Zwiebeln
  • Knoblauch
  • Schafskäse (Glückes Geschick!)
  • Spitzpaprika

Das sollte reichen. Flugs alles in mundgerechte Stücke zerteilt, mit Sesam, Olivenöl, Chiliflocken und Meersalz gewürzt und ab bei 200° in den muckeligen Ofen. Ein Baguette ließ sich auch noch auftreiben und fertig war die kulinarische Wärmflasche. Muss es unbedingt bald wieder geben. Dann allerdings werde ich die Zutaten in Backpapier einwickeln, das ist dann noch ein wenig saftiger.






Schönen Tatort-Abend Euch allen.

Sonntag, 27. Oktober 2013

Hokkaido-Mord!

Herbst ist die Zeit für Mord. Kürbis-Mord!


 
Kürbis fand ich früher mehlig, schmeckt nach nichts. Das sehe ich heute anders. Diese Knolle hat mich in letzter Zeit sehr oft beeindruckt. So zum Beispiel als orientalische Suppe...


Hokkaido ist bisher mein Liebling. Wer schon einmal einen Kürbis zu Halloween ausgehöhlt hat, weiß es definitiv zu schätzen, dass dieser hier nicht geschält werden muss. Aufschneiden, das faserige kerndurchflutete Innere mit einem Löffel ausschaben und den Kürbis in Würfel schneiden. Aufgeschnitten ist er noch viel schöner!


Dann eine Zwiebel in Olivenöl glasig dünsten, die Kürbisstücke dazu geben und mit einem halben Liter Gemüsebrühe ablöschen. Eine Knoblauchzehe hineindrücken. Nach 20 Minuten bei mittlerer Hitze ist der Kürbis gar und kann püriert werden. Bitte sehr gründlich pürieren, Stückchen stören später nur. Gewürzt wird mit Kreuzkümmel, Curry, Salz, Pfeffer und einem Schuss Zitronensaft. Als Abschluss, für die Farbe (und für die Waage) noch einen Schuss Sahne hinzufügen und dann einfach geniessen.



Farblich noch spektakulärer ist Rote Bete - leider so gar nichts für mich. Ich hab immer das Gefühl, ich beiße in einen Klumpen lehmiger Erde - ne, das Experiment ist zwar gelungen, aber essen konnte ich die Suppe nicht. Ich bleib lieber bei Orange - obwohl die aufgespießte Rote Bete sicherlich theatralischer mit dem Messer zu bearbeiten wäre...



Lieblingsessen


Ich hatte Lust auf Überbackenes und ihm stand der Sinn nach einem Hähnchen. Vom Wagen. Geht gar nicht? Genau, geht gar nicht. 

Also hab ich kurzerhand 2 Hähnchenschenkel mit Salz, Pfeffer und Paprika gewürzt und in 2 EL Öl angebraten. Ein Bund Frühlingszwiebeln war schnell geputzt und in 3 cm grosse Stücke geschnitten. 

Die Pflicht-Zutat, wenn man Mr. Hudson begeistern will, ist definitiv kartoffelig. Also 5 - 6 mittelgroße Kartoffeln (vorwiegend festkochend) schälen, in grobe Würfel schnippeln und im Hähnchenöl rundherum lecker braun anbraten - sie müssen nicht gar sein, nur eine schöne Bratkartoffelfarbe sollten sie haben. Salzen, pfeffern und mit 200 ml Brühe und einem Schuss Sahne ablöschen und kurz aufkochen. Kräftig abschmecken. Dann die Kartoffeln mit den Zwiebeln in eine Auflaufform geben, die Hühnerbeine darauf verteilen und für 30 min ab damit in den Ofen auf die unterste Schiene bei 200 °C (Umluft bitte nicht, die Hähnchen werden sonst zu trocken). Dann um die Hähnchenteile herum 100 g geriebenen Greyerzer streuen und noch einmal für 15 min auf die mittlere Schiene im Ofen überbacken. 

Das frische Paprikapulver aus Spanien wird ein wenig dunkel im Ofen.




Und natürlich darf man die Kartoffeln zerdrücken. Oder wollt Ihr die Sauce löffeln?

Beim Hähnchen lohnt es sich übrigens sehr, wenn man auf Bio-Qualität besteht. Sehr teuer, aber schon am Geruch merkt man, dass etwas anders bzw. besser ist - der tranige Muff, der sonst aus dem Ofen aufsteigt, fehlt. Ausserdem schrumpft es nicht, und man (auch Mann) wird in der Tat von einem Bein satt.

Samstag, 26. Oktober 2013

Regen, Wind, Auflauf...


Kürbis, Lauch, Kolrabi, Kartoffeln, Möhren, Spitzkohl, Champignons - Wirsing ist auch super für einen saftigen Gemüseauflauf. Alle Gemüse in feine Scheiben schneiden (am besten mit dem Gemüsehobel), in eine gefettete Auflaufform schichten und mit einer cremigen Käse-Sahne-Sauce übergießen. Käse drüberstreuen, Butterflöckchen verteilen und 30 min in den vorgeheizten Backofen damit (Finger weg von Umluft, der Auflauf soll doch saftig werden!)


Die Sauce geht ganz einfach: 300 ml Milch erhitzen, 2 EL Mehl in zwei EL kalter Milch verrühren und zu der heißen Milch geben. Salz, Pfeffer, ein Fitzelchen Knoblauch dazu, geriebenen Käse darin schmelzen - das war es schon. Ich nehme Greyerzer, man kann aber auch variieren mit Gorgonzola, Parmesan, Gouda oder Emmentaler... je nach Belieben.



Dazu ein Rosé-Wein und der Regen ist egal...


Sonntag, 11. November 2012

Lauchtorte

Lauch ist ein tolles Wintergemüse. Und nachdem wir heute im Garten den Rasen vom Laub befreit und draußen noch ein wenig mit den Nachbarn geschwatzt haben, war's dann auch wieder mal kalt um den Ellbogen. Da kommt die Idee mit der Lauchtorte gerade richtig. Sie ist einfach, schnell und lecker. Toll dazu ist ein knackiger grüner Salat mit einem typisch norddeutschen süsslichen Joghurt-Dressing. Dafür einfach etwas Joghurt, Zucker und Zitronensaft verrühren und kurz vorm Essen über den Kopfsalat geben. Nicht zu früh, sonst fällt der Salat zusammen. Der Salat dazu ist lecker und von der Torte bleibt noch was für morgen übrig.



Für die Füllung 500 g Lauch putzen, waschen und in Ringe schneiden. Salzwasser aufkochen und den Lauch 5 min kochen lassen. In einem Sieb abtropfen und erkalten lassen.



100 g durchwachsenen Speck in dünne Streifen schneiden, braten und auskühlen lassen. 150 g gekochten Schinken würfeln und zum Speck geben. Dann 3 Eier in einem Becher mit 125 g saurer Sahne, Salz, Pfeffer und Muskatnuß verschlagen.




Für den Teig 125 g Mehl mit 1/2 TL Backpulver mischen und in die Mitte eine Mulde drücken. Salz, Senfpulver, 1 TL Kräuter der Provence und 100 g geriebenen Greyerzer hineingeben. 1 Zwiebel reiben und mit einem Ei und 2 EL Milch in die Mulde geben. 35 g Butter oder Margarine in Flöckchen auf dem Mehlrand verteilen und von aussen nach innen schnell zu einem glatten Teig verkneten.







Aufgepasst: wer eine Ruby hat, schmeisst alle Zutaten hinein und läßt in Windeseile mit der Brotknetfunktion einen Teig erstellen. Dauert 45 sec., klebt ein wenig - ist mir aber egal, Ruby spült ja selbst. Das Senfpulver hat sie übrigens auch selbst gemacht: einfach ein paar Senfkörner 15 sec mit dem Turbo mißhandeln...



Dann eine Springform (26 cm) einfetten, den Teig reingeben, gleichmässig auf dem Boden verteilen und einen hohen Rand formen. Den kalten Lauch mit Speck und Schinken mischen und auf dem Teigboden verteilen. Die Eier-Sahne-Masse darüber gießen und bei 200°C auf der unteren Schiene 45 min backen, 10 min abkühlen lassen und noch warm auf den Tisch bringen.




Tipp: lasst hier die Finger von der Umluft. Die macht die Torte dröge (trocken auf norddeutsch). Dat is een gouten Eten!

Und während Ruby spült, genießen wir. Euch nen schönen Abend!


Samstag, 10. November 2012

Linseneintopf

Heute hat uns der Herbst voll im Griff. Es regnet Bindfäden, auf den Pfützen bilden sich Blasen, die dicken Wolken hängen tief und jeder stapft mehr oder weniger mißmutig durch das Einheitsgrau. Aber gerade an solchen Tagen kann man das eigene Zuhause genießen! Warme Socken, Leggins, Shirt, Fleece-Jacke, schöne Musik, ein paar Kerzen, ein Buch vor die Nase und ab und zu mal den Regentropfen zusehen, wie sie von den Blättern und Gräsern gleiten, während man am heissen Tee schlürft.

November in Ostfriesland - genauso uselig wie hier


Und für die innere Wärme gibt's einen Linseneintopf. Auch so eine Kindheitserinnerung. Aber dazu später mehr...



Ich mach vom Eintopf gleich ein bißchen mehr, dann hat man beim nächsten Gartenbuddeln gleich wieder was zum Aufwärmen!


   
250g geräucherten Bauchspeck in kleine Würfel schneiden und in einem großen Topf anbräunen. 2 Stangen Lauch (Porree) putzen, waschen und in Ringe schneiden. 2 Möhren in Scheiben und 100 g Sellerie (1/4 einer kleinen Knolle) in kleine Würfel schneiden. Alles zu dem Speck geben und ca. 5 min mitdünsten. Eine Zwiebel schälen und mit 2 Nelken spicken. 500 g Linsen (ohne Einweichen), die Zwiebel und ein Lorbeerblatt hinzugeben und mit 1,5 l heissem Wasser aufgiessen. Kräftig mit Salz und Pfeffer würzen. Insgesamt muß der Eintopf dann 45 min bei schwacher Hitze köcheln. Nach 20 min Kochzeit kommen noch 500 g in Würfel geschnittene Kartoffeln dazu und 10 min vor Ende der Garzeit dem Eintopf noch ein paar Mettenden gönnen.Unser Lieblingsschlachter hatte gerade so leckere Mett-Süsschen im Angebot, daher auch die Idee mit dem Linseneintopf. Die Wurst-Kette konnte ich einfach nicht links liegenlassen...



Linsen mochte unser Opi übrigens besonders gern mit Essig und Zucker. Und wer es mit unserem Opi halten möchte, gibt noch einen EL Zucker und 3-4 EL Essig in die Suppe. Mag aber nicht jeder, also einfach den Zucker und den Essig auf den Tisch stellen. Kann dann ja jeder selbst kreativ werden. Ich muss auch nicht immer alles machen...


PS: Liebe Grüße an meine Schwester. Ich hab Dich lieb.

Sonntag, 28. Oktober 2012

Sauerkraut-Lasagne

Als wir heute morgen aufwachten, fiel mein Blick auf die Nachbarsdächer - sie waren alle WEISS!!! Man, war das toll. Noch nicht mal November und es ist so lausig kalt, dass sich gleich der erste zaghafte Schnee blicken lässt! 

Für die Küche bedeutet das natürlich DEFTIG. Na, Grünkohl wäre noch übertrieben. Aber Sauerkraut wäre schon angebracht. Aber Lasagne mit Sauerkraut? Bäh, war die erste Reaktion von Mr. Hudson. Also entweder Nudeln ODER deftiges Sauerkraut. Naja, denken sicherlich viele. Aber Mrs. Bridges setzt sich durch - und? War super lecker und sooooo einfach. Sag ich doch... danke, Tim Mälzer!


100 g durchwachsener Speck in schmale Streifen schneiden und in 2 EL Öl hellbraun anbraten. 2 Zwiebeln in halbe Ringe schneiden und zu dem Speck in die Pfanne geben. Mit Salz, Pfeffer und gemahlenem Kümmel würzen. Mit 300 ml Gemüsebrühe ablöschen und einen Becher Sahne angiessen. Aufkochen lassen und kräftig abschmecken.

Die Auflaufform mit Butter einfetten. Das Sauerkraut (mittlere Dose, 360 g)  in einem Sieb abtropfen lassen und ausdrücken. 150 g Bergkäse raspeln (macht bei uns übrigens Ruby).

Nun 1/3 des Sauerkrauts in die Auflaufform geben und mit 3 Lasagneblättern belegen (man braucht insgesamt 9 Lasagneblätter). Darauf 1/3 Sauerkraut und 1/3 der Zwiebel-Speck-Sauce geben und mit 1/3 des Bergkäses bestreuen. Darauf die nächsten 3 Lasagneblätter schichten und diese wiederum mit 1/3 des Sauerkrauts und 1/3 der Sauce belegen und mit Käse bestreuen. Die letzten 3 Lasagneblätter darauf legen, mit dem Rest der Zutaten belegen bzw. begießen und bei 200 °C (Umluft 180°C) auf der untersten Schiene 30 min überbacken.

10 min auskühlen lassen, damit die Lasagne hinterher auch nicht auseinanderfließt und dann mit einem Weißwein oder Bier genießen. 

Nachkochen und kommentieren, bitteschön! (Für ein Bild war es zu spät - war schon alles aufgegessen).