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Sonntag, 16. Januar 2022

Graupensuppe - oder gar Risotto?

Brrr, was ist das eklig draußen. Irgendwas zwischen Regen und Schnee, pfeifender Wind und durchdringende Kälte. Aber man muss ja dann doch auch mal das wärmende Zuhause verlassen. Durchgefroren entscheide ich mich heute für eine Graupensuppe, ein Rezept, das schon meine Oma bei solchem Wetter gern hervorholte. Die Fenster in der Wohnung meiner Großeltern waren damals noch einfach verglast und im Winter wuchsen dort wunderschöne Eisblumen. 


Gestern habe ich in weiser Voraussicht schon eine kräftige Rinderbrühe gekocht. 

  • 500 g hohe Rippe mit Knochen, eine Beinscheibe geht auch
  • 1 Stange Lauch (das dunkelgrüne Ende)
  • 2 Möhren
  • 1/4 Sellerieknolle
  • 1 Zwiebel
  • 1 Knofi-Zehe
  • 3 Cherrytomaten
  • Petersilie
  • Pfefferkörner, Meersalz, Lorbeerblatt

Alles in den Topf geben, mit 2 l kaltem Wasser aufgießen, aufkochen und dann 3-4 Stunden sanft vor sich hinköcheln lassen.

Heute schneide ich das Suppenfleisch, 2-3 weitere Möhren in Würfel und den hellen Teil des Lauchs in Ringe, gebe alles mit 150 g gewaschenen Perlgraupen in die Brühe und lasse es 30 min sanft vor sich hinköcheln, bis die Graupen weich sind.


Beim letzten Mal hab ich mich bei der Graupenmenge vertan und aus Versehen 100 g mehr genommen. Belohnt wurde ich mit einem herrlich schlonzigen Risotto. Home-made Fast Food. Und beides wärmt die Seele! 

Am Ende der Suppe geht's mit dem Buch vor der Nase auf's gemütliche Sofa. Kleiner Tipp: Aufgewärmt schmeckt's nochmal so gut!

Freitag, 1. Januar 2016

Gefüllter Kürbis

Draußen ist mal wieder kein Wetter. Kein Sonnenschein, kein Regen, kein Schnee, wenig Wind, nicht besonders kalt - alles grau in grau. Ein typischer Neujahrstag. Decke über den Kopf und den Augen das Zufallen gestatten....

Wohlige Wärme gibt es dann später auch für innen. Zwei Hokkaido-Kürbisse liegen noch in der Küche, eine Stange Lauch und ein wenig Mett, Tomaten... daraus lässt sich was zaubern.

Und das braucht es:

  • 2 kleine Hokkaido-Kürbisse
  • 200 g Mett
  • 1 Zwiebel
  • 1 Stange Lauch
  • Champignons
  • Knofi nach Belieben
  • 1 Dose geschälte Tomaten
  • einen Schuss Rotwein (wer mag)
  • Bergkäse und Parmesan (auch nach Belieben)
  • Chiliflocken
  • Salz
  • Zimt
  • Olivenöl

Den Deckel der Kürbisse abschneiden und beiseite legen. Die Unterseite schneide ich gerade ab, damit die kugeligen Dinger einen festen Stand im Ofen bekommen. Ich kratze das faserige Innere heraus und öle die Kürbisse und die Deckel aussen ein wenig.

Das Mett wird krümelig angebraten, hinzu kommen Champignons, der Lauch, die Zwiebel und der Knoblauch. Abgelöscht wird das Ganze mit einer Dose gestückelten Tomaten (oder auch erst mit einem Schuss Rotwein), gewürzt wird kräftig - mit gerösteten Chili-Flocken, Salz, einer Messerspitze Zimt, es darf ruhig ein wenig scharf und überwürzt schmecken. Während ich den Bergkäse und Parmesan reibe (Ruby, nicht ich), köchelt die Füllung ein und ich setze die Kürbisse auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech. Füllung rein, Käse drüber. Der Ofen wartet mit 200 Grad auf die zwei Goldbälle, die jetzt im warmen Inneren ca. 30-40 Minuten vor sich hinschmoren. Als Garprobe einfach mal in eine dicke Stelle des Kürbisses stechen, ist wie die Garprobe bei Kartoffeln - wenn es flutscht, isses fertig.

Geht schnell und macht herrlich wohlig im Bauch, genießt es.




Sonntag, 1. Februar 2015

Endlich Winter!

Na endlich... es schneit und schneit und schneit. Unser kuscheliges Dörfchen hinter den Bergen bei den Zwergen versinkt in dicken trudelnden Schneeflocken, alles ist watteweiss und ganz still. Auf den verblühten Blüten des letzten Jahres sitzen kleine wuschelige Sahnetuffs und unsere beiden Katzen stapfen Pfötchen schüttelnd durch die weisse Wunderwelt.

Und in der Küche? Heisse Kartoffelsuppe mit Bockwurst und Bier. Reicht, passt, lecker.




Donnerstag, 22. Januar 2015

Veggie...?

Was gibt denn das Gaumenkino heute so her? Der Kühlschrank verbirgt noch ein wenig Rosenkohl, nicht mehr taufrisch, aber noch brauchbar. Möhren, Lauch, Blumenkohl, Kartoffeln - daraus sollte sich ein Curry zaubern lassen...

Das in mundgerechte Stücke geschnippelte Grünzeug wandert zusammen mit einer gewürfelten Zwiebel und der obligatorischen Knofi-Zehe in die Pfanne, wird mit einem EL Currypulver knackig angebraten und mit einem halben Liter Gemüsebrühe abgelöscht.

Einen Becher Schmand mit einem EL Mehl verrührt noch hinzugeben (Chiliflocken nicht vergessen!) und 20 min vor sich hin köcheln lassen. Mit Salz abschmecken, nen Spritzer Zitrone dazu... fertig.


Fast... mir steht der Sinn nach Fleisch! Also schnell noch ein Pfund Thüringer Mett mit einer gewürfelten Zwiebel, einem Ei, einem TL Senf und ein paar Semmelbröseln verkneten, durch die übrigen Brösel wenden und braten.

Sorry, liebe Veggie-Welt, aber das musste heute einfach sein.
Euch einen frostigen Tag.

Dienstag, 20. Januar 2015

Schweinefutter!

Schweinefutter kann soooo lecker sein!

Früher haben die Bauern ihren Schweinen die Steckrüben vor die süßen Steckdosen-Schnäuzchen geworfen, die sich grunzend und laut schmatzend darüber hermachten. Und heute? Heute ist das immer noch so, aber ich hab ein paar der schrumpeligen Rübchen für uns abgezwackt und sie zu einem herrlich goldgelben, butterwarmen Kartoffel-Rüben-Brei verarbeitet.

Einfach Kartoffeln und Rüben schälen und beide gleichzeitig von Ruby im Salzwasserdampf garen lassen. Dann im Topf noch etwas ausdämpfen lassen, Milch dazu, Butterflöckchen darüber, alles schön mit dem Stampfer zerdrücken und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Beim Schlachter hat sich heute eine Scheibe Kassler zur Mitnahme überreden lassen und im Kühlschrank fand sich noch eine dunkelgrün glänzende Gurke - und schon war der uselige, windige Winterabend gerettet.


Samstag, 9. Februar 2013

Sauerkrautauflauf

Ich weiss grad nicht so wirklich, ob ich mich nun über diesen Winter freuen oder mich eher ärgern soll. Ein Teil von mir lechzt nach Sonne, Wärme oder mindestens angenehmen Temperaturen. Und nach blauem Himmel! Man hat das Gefühl, seit November ist der Himmel grau, es ist nasskalt ohne Unterlass und so langsam drückt es dann doch auf's Gemüt, das triste Einerlei. Der andere Teil von mir mag dieses Wetter aber auch. Gemütlich bei Kerzenschein lesen geht nun mal nicht bei Sonnenschein. Und ausserdem schneit es bei uns nun schon seit zwei Tagen und alles ist wieder unter eine weiche weisse Hülle geschlüpft. Allemal besser als diese fiesen Kahlfröste, die so nebenher auch das Gartenportemonnaie kahl fressen, weil die Hälfte der Pflanzen die Eisattacke nicht überlebt, so wie im letzten Jahr.

Die Vögel kommen nun auch mehr als dankbar wieder an ihre Futterstellen, die wir heute frisch aufgefüllt haben. Und wenn ich es mir recht überlege..... was will ich mehr? Ein schöner weisser Februar ist doch wesentlich netter als ein matschiger Jahresanfang. Und mit ein paar sonnigen Tulpen und Hyazinthen im Wohnzimmer und einem wärmenden Abendessen ist das alles auch gar nicht mehr so schlimm.

Nach der erneuten Schneeschipperei merkte Mr. H. heute morgen an, ihm sei nach einem kräftigen Auflauf. Nur... ohne Fleisch? Mal schauen, was die Batterie an Rezeptheften und Kochbüchern so hergibt. Wie wäre es mit einem Sauerkrautauflauf? Ich lasse lieber erst einmal unerwähnt, dass sich Paprika darin befinden wird.

Paprika wie gemalt.


Ruby kümmert sich um die Kartoffeln (500 g Salzkartoffeln), während ich eine Zwiebel in Würfel schneide und eine Dose Sauerkraut abtropfen lasse. Die Zwiebel in einem TL Öl glasig dünsten und das abgetropfte Sauerkraut dazu geben. Mit 2 TL Zucker und Salz und Pfeffer würzen und zehn Minuten köcheln lassen. Währenddessen die Paprika (eine wunderbar feste, dunkelrote Schote aus dem Biomarkt, die beim Probieren herrlich saftig und richtig schön paprikaisch schmeckt) in schmale Streifen schneiden und zum Sauerkraut geben.

Das Sauerkraut muss abtropfen, sonst muss zuviel Zucker dazu.


Die Kartoffeln ausdämpfen und mit einem EL Butter grob zerstampfen. Den Kartoffelstampf mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss würzen und mit dem Sauerkraut vermengen. In eine gefettete Auflaufform geben und aus 2 Eiern, einem Becher Creme légère und Salz und Pfeffer eine Sauce aufschütteln. Diese gleichmäßig über den Auflauf geben und alles bei 200 Grad auf der unteren Schiene im Backofen 45 min backen (ohne Umluft, wird sonst zu trocken).

Sonnengelber Kartoffelstampf - schon der Anblick macht warm.

Das macht wunderbar warm im Bauch und richtig schön satt. Reicht übrigens für 4 Portionen. Und ich brauch Montag nicht zu kochen. Und Mr. H. fand die Paprika saulecker.

Saftig und herrlich aromatisch. Und Speck wurde nicht vermisst.



Sonntag, 3. Februar 2013

Kartoffelsuppe

Kartoffelsuppe war bei meiner Mutter auch der Renner. Warum? Weil sie im Grunde ihres Herzens kochfaul war. Und das ist auch legitim, wenn man bedenkt, dass sie ständig irgendwelche Gäste bewirten musste, weil meinem Vater mal wieder einfiel, eine Party schmeißen zu müssen. Und wenn frau dann noch jeden Tag für die Kinder und den Mann was Nettes auf den Tisch bringen muß, isses auch irgendwann mal gut. Und wenn der Mann dann nicht da war (was häufiger mal der Fall war), hat sie es immer genossen, einfache und vor allem schnelle Sachen auf den Tisch bringen zu können.



Ihre Variante der Kartoffelsuppe ging so: Salzkartoffeln kochen, das Kochwasser auffangen, die Kartoffeln unter Hinzugabe des Kochwassers pürieren, Würstchen und bei Bedarf (meistens des Vaters, wenn er denn da war) ausgelassenen Speck dazugeben und noch mit F*ndor würzen. Wir waren süchtig nach dem Zeug, wie andere nach M*ggi. Kein Wunder, war ja auch quasi Geschmacksverstärker pur. Das hat damals natürlich niemanden interessiert, die Welt teilte sich nun mal in M's oder F's.

Heute mach ich die Kartoffelsuppe so: 1 Stange Lauch, 2 Möhren und ein kleines Stück Sellerie waschen, putzen und in Würfel schneiden (den Lauch in Ringe). 50g durchwachsenen Speck würfeln und in einem hohen Topf braun anbraten. Das Gemüse 5 min mitbraten und mit 1 l Rinderbrühe auffüllen (manchmal nehm ich auch die fertige Gemüsebrühe, wenn ich grad nix an Brühe eingefroren hab). 750 g Kartoffeln (mehlig oder vorwiegend festkochend) schälen, in Würfel schneiden und zu der Suppe geben. Nach 25 min Köcheln bei mittlerer Hitze mit dem Pürierstab alles ein wenig durchpürieren, allerdings nicht so lang, es soll ja kein Brei werden. Dann mit Salz und Pfeffer  und einem knappen Teelöffel getrocknetem und zwischen den Händen zerriebenem Majoran abschmecken und je nach Geschmack Würstchen dazugeben.



Die erste Variante dauert 30 min, die zweite vielleicht ne Stunde, weil es mehr Schnippelarbeit ist, es sei denn, man bereitet das in der Ruby zu, das sind dann gerade mal 20 min. Beide Varianten machen satt und glücklich.

Hühnerfond? Nudelsuppe? Beides!

In diesen Tagen meint es das Wetter echt nicht gut mit uns. Entweder es schneit oder es regnet, nie ist es warm und nie scheint die Sonne. Und draussen hat man ständig klamme Hände, kalte Füße, nasse Klamotten, rote Nasen - der nächste Schnupfen lauert mit hämischer Triefnase an der nächsten Ecke....

Rezept zur Vorbeugung? Klar, Hühnersuppe - mit Nudeln. Das ist Kindheit pur. Und früher hat sich da immer noch ein wenig F*ndor dazugeschlichen, heut würz ich lieber mit Gemüse, Salz und Pfeffer.




Frisches Hühnerklein vom Biomarkt (oder vom Bauern um die Ecke, gesegnet sei das Landleben) in einen hohen Topf geben. Eine Zwiebel, eine Möhre, 2 Lorbeerblätter und ein kleines Stückchen Sellerie  dazugeben und mit 2 TL Salz und 5 Pfefferkörner würzen. Das Huhn mit kaltem Wasser begießen, aufkochen, und mindestens eine Stunde sanft vor sich hin köcheln lassen. Hhhhmmmm, das duftet.  Dann das Huhn aus der Suppe nehmen, abkühlen lassen und das Fleisch vom Knochen lösen, das kommt später wieder in die Suppe. Da das Huhn reichlich fett ist, lasse ich den Fond kalt werden (bei den niedrigen Temperaturen geht das wunderbar auf dem Gartentisch) und die durch die Kälte hart gewordene Fettschicht lässt sich ganz leicht entfernen. Dann kommt das Fleisch wieder in die Suppe, aufkochen, abschmecken und Suppennudeln hinzugeben.

Nichts sonst tut sooooo gut bei dieser Kälte - außer natürlich Mr. Hudson.

Seelenfutter!

Hühner-Gold auf dem Weg in den Tiefkühler

Mittwoch, 23. Januar 2013

Chili con poca carne

Yeah... wir müssen wieder arbeiten... Naja, meines Erachtens wäre das jetzt nicht so unbedingt nötig gewesen - aber was soll's. Sehen wir die Sache positiv - ohne den Job gäb's auch nix für hinterm Herd - und ausserdem wäre es sonst irgendwann langweilig, diese ständige Freiheit, tun und lassen zu können, wonach einem der Sinn steht.

So lassen wir also die wärmende Tasse Kaffee am Morgen mit dem geplatztem Haarschopf und dem kuschlig warmen Frotteeschlafanzug schweren Herzens hinter uns und gehen duschen, ziehen uns an, schmieren Brote, schlüpfen in tonnenschwere gefütterte Winterstiefel, machen aus uns dicke Michelin-Männchen mit unvorteilhaften Daunen-Stepp-Jacken, zergeln uns einen Kilometer Schal um den Hals, stopfen unsere Hände in Handschuhmonster und steigen in den eiskalten Wagen, der auch bis zum übernächsten Dorf noch nicht auf wohliger Betriebstemperatur ist. Das hätte der Erdgasautoverkäufer ruhig dazusagen können.... die Fuzzis sind doch alle gleich.

Kurzum: Der Job und der Winter haben uns wieder! Mr. H. schippt nun schon die zweite Woche den Schnee von A nach B, der Garten lässt sich nur noch erahnen, im Hauseingang knirscht der Split unter den Hausschuhen und die Weihnachtsillumination hängt noch immer in den Bäumen. Wir sind dumm genug, sie im nasskalten November mit klammen Fingern auf die Zweige zu friemeln, aber weiß Gott nicht so bescheuert, sie jetzt auch noch wieder unter den Schneemassen hervor zu popeln!



Ja, und was gibt's sonst Neues? Nicht so viel. Ausser vielleicht der Idee, mal beim Kochen (und Essen) auf die tierischen Fette zu achten. Nein, nicht nur darauf zu achten - dass sie da sind, wissen wir ja. Nein, wir haben uns entschlossen, die Dinger mal weitestgehend aus den Leibern zu lassen. Weil wir dachten, es muss doch was dran sein am so oft zitierten Mythos der Ernährungsumstellung. Was ein gruseliges Wort! Da bimmeln doch gleich sämtliche Alarmglocken - Diät, Abnehmen, dämliche Vorsätze, Verzicht und am Ende Frust, Fett und fetter Jojo-Effekt. Wir wollten es aber eben einfach mal ausprobieren - zurück zum alten kann man immer wieder. Aber - oh Wunder - so eine Änderung der Essgewohnheiten ist echt spannend! Fast wie das Ü-Ei, nur ohne Schoki... der Trick ist nämlich, auf nix zu verzichten, sondern Wege zu finden, Ungesundes durch Gesundes zu ersetzen. Und so werdet Ihr jetzt vermehrt gewohnt Leckeres hier finden - aber eben mit leicht veränderten Zutaten. So können wir uns nämlich alle schön weiterhin die Mägen mit Magischem vollschlagen und fühlen uns trotzdem fitter, freier und vielleicht auch irgendwann einmal leichter.

Ja, ich komm ja schon auf den Punkt: Chili con carne. Bei diesem Wetter ist doch nix geiler, als ein Teller Heißes mit richtig viel Wums! Und so putze ich zunächst einmal 8 rote Paprikaschoten und drei Gemüsezwiebeln, schnippele sie bei guter Musik in ca. 2x2 cm grosse Würfel und entpelle eine Knoblauchknolle.



Dann übergebe ich 400 g Rinderhack (besser noch Tatar, den wollte der Schlachter des Vertrauens aber kurz vor Ladenschluss nicht mehr rausrücken, was ich verstehen kann) mit einem TL Olivenöl in die Pfanne und schmurgele alles schön krümelig braun. Ab damit in einen grossen Kochtopf. In der Pfanne brate ich dann in mehreren Portionen nacheinander die Paprikaschoten, die Zwiebeln und ganz zum Schluss gebe ich auch den Knoblauch kurz mit in die Pfanne. Alles ab zum Fleisch in den Topf und noch zwei kleine Dosen Kidneybohnen ohne den Saft hinzugeben. Das Tomatenmark in der Pfanne kurz anrösten und mit dem Inhalt von zwei großen Dosen Tomaten ablöschen. 4-6 TL Chili-Gewürz und je nach Geschmack noch 3-5 kleine getrocknete Chilischoten hinzugeben und diesen Sud in den Kochtopf giessen. Nun muss alles ca. 1 Stunde sanft vor sich hinköcheln, immer mal wieder umrühren kann auch nicht schaden.  Zum Schluss noch abschmecken - ich hab noch ein paar Chiliflocken dazugegeben, die ich aus der Türkei mitgebracht hatte.



Dazu gibts ein paar Scheiben Baguette - und der Seele ist der Winter da draußen komplett wumpe! Fotos? Folgen bei der zweiten Portion, über die wir uns morgen hermachen. Denn die Menge reicht für viele Male scharfe Freuden.


Samstag, 29. Dezember 2012

Bolo als Auflauf?

Wenn das draussen so richtig eklig ist, braucht die liebe Seele etwas wirklich Warmes. So ein Auflauf kommt da gerade recht.

350 g Hack scharf anbraten, 300 g frische Champignons blättrig schneiden und dazu geben (ich musste leider Dosenchampignons nehmen, es war beim Supermarkt nicht ein einziger frischer Champignon mehr zu bekommen). 1 grosse Zwiebel würfeln und mit 2 gehackten Knoblauchzehen hinzugeben. Den Inhalt von zwei Dosen Tomatenmark kurz mit anrösten und mit kochendem Wasser ablöschen. Mit Salz, Pfeffer, gerebeltem Oregano und ein wenig Olivenöl würzen und sanft vor sich hinköcheln lassen. Während dessen die Nudeln (Spirelli, Penne oder ähnliches) im Salzwasser kochen, abgiessen und mit der Sauce in einer Auflaufform vermischen. Eine Kugel Mozzarella darauf verteilen und mit Parmesan bestreuen. Ich lass Ruby immer gleich ein halbes altbackenes Brötchen mit dem Parmesan reiben, das gibt eine lecker knusprige Kruste. Ein wenig Olivenöl darüber geben und ab in den Ofen bei 210 Grad auf der mittleren Stufe für 20-25 min überbacken. Auf Umluft verzichte ich, die macht den Auflauf trocken.




Dienstag, 25. Dezember 2012

Rouladen

Nun hat das Warten endlich ein Ende: es ist Weihnachten. Und wir haben lang überlegt, was Mrs. B. in der Küche zaubern sollte. Vorbei sind Gott sei Dank die Zeiten von fettigem Karpfen, den meine Oma so gern machte und den ich abgrundtief gehasst habe, schon allein wegen des Geruchs und der meterlangen Gräten, die kreuz und quer ohne nachvollziehbaren Plan im Fisch auftauchten. Dazu servierte sie eine pampige Senfsauce - nein, damit hat sie sich nicht in mein Kinderherz gekocht!

Was is? Ich esse Stollen.



Auch keine Lust habe ich auf Würstchen mit Kartoffelsalat, dafür koch ich viel zu gern und ich liebe es, wenn am Heiligabend der Duft von Gänsebraten und Rotkohl durch's ganze Haus weht - erst dann komme ich so richtig in Weihnachtsstimmung. Aber da wir am ersten Feiertag - wie jedes Jahr - zu meiner wunderbaren Tante eingeladen werden und dort das grosse Fressen - wie jedes Jahr - neu aufgelegt wird, muss ich mir etwas anderes einfallen lassen. Fisch wäre eine tolle Alternative, z.B. gedünsteter Lachs oder Seezunge, aber Fisch muss frisch sein und ich habe wirklich keine Lust, mich am Heiligmorgen nochmal ins Einkaufsgetümmel zu stürzen und in Hektik zu geraten. Fondue? Gleiches Problem, denn das Fleisch sollte frisch sein. Wird langsam schwierig - Bratenduft sollte es geben, frisch sollte es sein, Geflügel verboten...... hm, Mr. H. kommt die rettende Idee: wie wär's mit Rouladen? Himmlisches Gefüge, ich kann mich austoben! Mr. H., ich liebe Dich.

Am Vortag koche ich eine Rinderbrühe.

1-2 Beinscheiben (oder anderes Suppenfleisch + Rinderknochen)
1 Stange Lauch
1/4 Sellerieknolle
3 Möhren
2 Zwiebeln
1-2 Knoblauchzehen
1 Tomate
Petersilie oder Möhrengrün
Salz, Pfefferkörner, Lorbeerblatt
2-3 l kaltes Wasser (kein warmes oder heißes, alles muss zusammen heiß gemacht werden, sonst gelangen die Geschmacksstoffe nicht in das Wasser und die Brühe wird lasch)

Das Fleisch waschen und in den kalten Topf legen. Das Gemüse putzen bzw. schälen, gründlich waschen und in Stücken zum Fleisch geben, vom Lauch gern das Grüne, es ist würziger. Die Knofi-Zehe ohne Schale dazugeben (riecht vorher dran, wenn sie muffig riecht - weg damit, verdirbt Euch sonst die komplette Suppe). Alles andere dazugeben, das kalte Wasser angießen, alles aufkochen und dann auf kleiner Stufe 3-4 Stunden köcheln lassen. Zwischendurch probieren, ob genug Salz und Pfeffer dran sind und ggf. nachwürzen.
Nach der Kochzeit die Brühe durch ein Sieb in einen Topf gießen, das Gemüse im Sieb ausdrücken. Das Fleisch könnt Ihr essen, schmeckt lecker kalt mit Remoulade. Die Brühe wartet dann im Kühlschrank auf die morgigen Rouladen.

Neuer Tag, neues Glück... 

Heute sind die Rouladen dran, und der Rotkohl.

Und hier die Zutaten für die Rouladen:

  • 8 Rinderrouladen vom Schlachter, nicht aus dem Supermarkt, am besten vorbestellen
  • 25 Scheiben Bacon dünn geschnitten (durchwachsener Speck, auch vom Schlachter)
  • 1 Glas Sandwich-Gurken 
  • 1 Glas Dijon-Senf  
  • Salz (am besten Salinensalz aus der Göttinger Saline, Pfeffer aus der Mühle)
  • Küchengarn oder Rouladennadeln
  • 3 Zwiebeln
  • 2 Möhren
  • 1/4 Sellerieknolle
  • 1 Knofi-Zehe
  • 2 EL Tomatenmark
  • 1 Glas Rotwein (trocken, nicht den billigsten, eigentlich den,
    den Ihr auch gern trinken würdet)
  • die Brühe vom Vortag
  • Butterschmalz




Bevor ich mit den Rouladen loslege, hole ich die Brühe aus dem Kühlschrank, erwärme sie und hacke die Möhren, den Sellerie, die Zwiebeln und den Knofi fein. Und jetzt die Rouladen: ich bestreiche sie zuerst mit Senf, salze und pfeffere sie, lege über die gesamte Länge 2-3 Scheiben hauchdünn geschnittenen Bacon, ein paar Sandwich-Gurken, und rolle sie dann zu einem handlichen Päckchen. Dabei fange ich bei der schmalen Seite an und schlage beim Rollen die Seiten ein wenig ein, damit die Füllung nicht aus den Rändern quillt. Mit Küchengarn oder Rouladennadeln wie ein Geschenk verschließen und die ersten vier in der heißen Pfanne scharf von allen Seiten in Butterschmalz anbraten. Dann die Rouladen in einen großen Topf umziehen lassen, der sollte auf einer anderen Platte auf kleiner Flamme schon erwärmt sein. Nun die restlichen vier Rouladen braten und die Pfanne von der Platte nehmen, sonst verbrennt der Ansatz. In der jetzt nur noch auf mittlerer Hitze stehenden Pfanne das Gemüse und das Tomatenmark andünsten, alles mit einem Glas Rotwein ablöschen und dabei den Bratensatz lösen. Den Wein verdunsten lassen und ein wenig Brühe angießen. Diesen Sud über die Rouladen geben, mit der Brühe bedecken, aufkochen lassen und dann 3 Stunden bei kleiner Hitze sanft vor sich hinköcheln lassen. Geduld, Ihr Lieben, dann wird das Fleisch auch schön zart. Die Rouladen rausnehmen, das Küchengarn entfernen und ein paar eiskalte Butterflocken in die Sauce geben (für die Bindung, statt Mehl). Achtung, dabei darf die Sauce nicht mehr kochen, sonst ist die Bindung perdu. Dann mit einem Pürierstab pürieren. Und falls die Sauce noch einer weiteren Bindung bedarf, einfach ein wenig Stärke in kaltem Wasser auflösen und dazugeben. Ach, und weil Weihnachten ist, geb ich noch einen guten Löffel Preisselbeeren in die Sauce.

Tipp: wenn jetzt die Hände nach Knofi und Zwiebeln müffeln, einfach den kalten Kaffee vom Frühstück drüberschütten, dann isses wieder weg.

Und jetzt der Rotkohl
 
  • 1 Rotkohl
  • 1 EL Griebenschmalz
  • 1 Speckschwarte
  • 3-5 EL Apfelessig
  • 1 EL Zucker
  • Salz
  • 3 Nelken
  • 1-2 Lorbeerblätter
  • 10 Pfefferkörner
  • 1 säuerlichen Apfel, z.B. Boskop
  • 1-2 EL Preisselbeeren
  • ein Teesieb (so eins zum Verschließen und Einhängen)
 
Den Rotkohl fein schneiden oder hobeln, den Strunk entsorgen. Den Apfel schälen und das Gehäuse entfernen (aber nicht wegschmeißen!) Das Griebenschmalz und die Speckschwarte im Topf auslassen und den gehobelten Rotkohl und die Apfelstücke hinzugeben. Zucker und Salz darüberstreuen und den Essig darübergeben. Die Nelken, Lorbeerblätter, Pfefferkörner, das Apfelgehäuse und die Schalen in ein Teesieb geben und in den Topf hängen. Das darf dann bei mittlerer Hitze langsam dünsten (ca. 1-2 Stunden), probiert zwischendurch mal die Flüssigkeit und würzt ggf. mit Essig, Zucker oder Salz nach. Zum Schluss die Speckschwarte und das Teesieb entfernen und noch ein bis zwei Esslöffel Preisselbeeren hineinrühren.


Als Nachtisch vernaschen wir eine Mousse au Chocolat, die steht aber auf einem anderen Blatt. Und weil die so lecker ist, gibt's auch keine Vorspeise. Zu den Rouladen gesellt sich noch ein süffiger Rotwein, das ganze Haus duftet und wir feiern jetzt endlich Weihnachten. Ohne Euch. So.




Aber wir wünschen Euch ein wunderschönes Weihnachtsfest! Macht es Euch bequem, genießt all die schönen Momente, die Lichter, die Gerüche, die großen runden Kinderaugen, die feierliche Musik, die kalten Kirchen und die menschliche Wärme darin, die Stille, den Schnee, die Schokolade und den Wein.
 

Oh Du Fröhliche-he!


Dienstag, 18. Dezember 2012

Blutorangen und Mandarinen

Der Duft von Urlaub hängt in der Luft. Endlich! Nach so langer Zeit neigt sich das Jahr nun dem Ende zu und wir haben drei Wochen Zeit für all die schönen Dinge, die sonst meistens zu kurz kommen. Ausschlafen bis mittags, mit zerzausten Haaren Löcher in die Luft gucken, gute alte Platten hören von Pumuckl bis Pink Floyd, Bücher verschlingen von denen, die man extra für diesen Urlaub aufgespart hat - bittersüße Liebesgeschichten wie "Leon und Louise" von Alex Capus oder sinn- und witzvolle Landgeschichten wie "Lieber einmal mehr als mehrmals weniger" von Dieter Moor oder einfach knisternde Spannung wie "Der Regler" von Max Landorff - all das wartet auf uns. Und vieles vieles mehr. Zum Beispiel Mandarinen-Gelee.


Ich vermische 750 ml Mandarinensaft (zwei Netze Mandarinen auspressen und den Saft durch ein Sieb in einen hohen Topf giessen) mit 500 g 2:1 Gelierzucker, lasse alles aufkochen und rühre 4 min im sprudelnd kochenden Saft herum, möglichst ohne mir die Finger am heissen Dampf zu verbrühen.

Dann alles in heiss ausgespülte Gläser verteilen, die Gläser kurz auf den Deckel stellen, wieder umdrehen und erkalten lassen.

Und weil das so lecker riecht und ich zufällig noch eine Menge Blutorangen habe, werde ich zum Wiederholungstäter. Statt Mandarinensaft nehme ich also folgerichtig Blutorangensaft und gebe noch das Mark einer Vanilleschote samt der Schote in den Topf zum Kochen. Himmlisch!






Morgen früh ist es zumindest für Mr. H. spätestens um 7:00 Uhr vorbei mit der Nachtruhe. Er muss Brötchen holen....

Samstag, 8. Dezember 2012

Orangensirup

Samstags ist für uns immer das Einkaufswunder. Nicht, weil wir so gern einkaufen, sondern weil wir am Samstag Zeit haben, die Läden auf dem Land abzuklappern. Da gibt's dann den Schlachter und den 5-Sterne-Bäcker drei Dörfer weiter, auf die wir uns schon die ganze Woche freuen. Der Weg dorthin führt über eine enge Straße vorbei an einem kleinen Wäldchen, einem gurgelnden kleinen Bach.... einfach idyllisch, zu allen Jahreszeiten. Im Sommer ist dort alles voll mit wunderschönen Doldenblütlern, meterhoch - die sind natürlich auch im Herbst wunderschön anzusehen, wenn auch das Wäldchen in allen Farben leuchtet. Jetzt im Winter strahlt die Landschaft hier allgemein eine Ruhe aus, die man in der hektischen Vorweihnachtszeit zwischen all dem Stadtrummel, den Lichtermeeren und der Dauerbeschallung eher selten genießen kann. Samstags morgens bei klirrender Kälte auf dem Weg zum Dorfbäcker - da kann man sie erleben. Und auf dem Rückweg duftet das Auto nach frischen Brötchen und den Koteletts, die es morgen zum Kartoffelsalat geben soll. Naja, ein bißchen geräucherte Leberwurst kann man auch entdecken...


Pünktlich zu Weihnachten gibt es natürlich auch wieder überall saftige Apfelsinen. Man kann wunderbare Sachen damit machen. Aushöhlen, kleine Fenster hineinschnitzen, Zimtstangen als Fensterkreuz einspannen, den Deckel abschneiden und den Rand mit Nelken spicken, damit es so aussieht wie Zinnen, eine Kerze reinstellen und sich den Weihnachtsduft um die Nase wehen lassen.



Oder man presst den Saft aus ihnen (für einen Liter braucht man ca. 10-15 Stück), schüttet ihn durch ein Sieb in einen Kochtopf, gibt auf die gleiche Weise noch den Saft von zwei Zitronen hinzu, und lässt alles mit 300 g Zucker und einer aufgeschnittenen Vanilleschote einmal ordentlich aufkochen. Danach einfach ca. 30 min bei mittlerer Hitze zu Sirup einkochen lassen, die Schote wieder entfernen und alles in hübsche Flaschen abfüllen. Schmeckt wunderbar und passt zu vielen unvernünftigen Dingen wie Eis, Eierkuchen, Obstsalat, Prosecco.... ach, da fällt Euch bestimmt noch viel viel mehr ein. Mal wieder eine tolle Idee vom Team Mälzer... ob der samstags auch einen so schönen Einkaufsweg hat?


 

Sonntag, 2. Dezember 2012

Mr. H.'s Kartoffelbrei

Selbstgemachter Kartoffelbrei ist für mich Seelenwärmer durch und durch. Mr. H. kocht ja nicht oft, aber er ist ohne Frage DER Kartoffelbrei-Gott! Und es gibt fast nichts Schöneres, als im kuscheligen Wohnzimmer im Lesesessel unter der warmen Decke mit dem im kalten Wind glitzernden Tannenbäumchen im Garten hinter mir langsam den wunderbaren Duft von Kartoffeln, warmer Milch und flüssiger Butter zu geniessen. Da kriecht dann ein wohlig-warmes Gefühl in mir hoch und ich geniesse es in vollen Zügen, so liebevoll betüddelt zu werden.

Mr. H. schält die mehlig oder vorwiegend festkochenden Kartoffeln, würfelt sie und kocht sie in gut gesalzenem Wasser so ungefähr 20 min. Dann gießt er das Wasser ab und stellt den Topf nochmal auf den Herd, um die Kartoffeln ausdampfen zu lassen. Zu den fast nicht mehr dampfenden Kartoffeln gesellt sich dann ein guter Schuß Milch und dann wird gestampft. Ein Stückchen kalte Butter kommt noch mit hinein und es wird weiter gestampft, hier noch ein wenig Milch, da noch ein wenig Butter, und immer schön weiterstampfen und rühren, damit alles auch schön locker und luftig wird. Eine Prise Pfeffer, ein ganz klein wenig Muskatnuss (Mr. H. weiß, dass ich es eigentlich nicht mag - daher ist er liebevoll zurückhaltend). Vielleicht noch ein klein wenig Salz? Ach nein, es ist PERFEKT.

Ein wenig Milch....
... ein kleines Stückchen Butter...

... stampfen....

... würzen...


...Nebenschauplatz errichten.

Dazu gibt es dann eine Bratwurst, oder Fischstäbchen, oder einfach ein Spiegelei. Und natürlich einen Gurkensalat, den zaubere ich dann noch schnell dazu. Gurke schälen, in Scheiben reiben, bisi Salz, Pfeffer, Zucker, Zitronensaft - fertig.

Und wenn man dann eigentlich schon satt und sehr zufrieden ist, gibt es nichts Göttlicheres als ein wenig lauwarmen Kartoffelbrei mit einem Löffel Gurkenlalalat zu vermengen. Das passt immer noch rein - Dessert gibts eh keins. Ich liebe solche Abende. Danke, Mr. H.!

Erster Advent

Euch allen einen schönen ersten Advent!