Donnerstag, 26. Dezember 2013

Nu is auch gut...

Also ich find, jetzt reicht's allmählich. Alles, was in den letzten Wochen den Reißzahn hat tropfen lassen, ist mittlerweile genossen worden. Vom Spekulatius über den Dominostein, von der knusprigen Gans über den Kloß zum Pudding, vom zartrosa Lachs über das Ei mit dem Bacon zum Frühstück bis hin zum Mitternachtspraliné... ich kann es alles nicht mehr riechen oder schmecken.

Und ist es nicht herrlich, im Fernsehen mal nicht über all die Promi- und Amateurköche zu stolpern? Auch wenn ich sie nach wie vor ganz gern sehe, in den letzten Wochen lief ja beinahe ausschließlich auf allen Kanälen der Herd heiß - neuerdings dann auch noch der Backofen. Man könnte meinen, die Welt besteht nur noch aus Gaumenfreuden. 

Ich freu mich jetzt erst einmal über den Nachmittagskaffee ohne Kuchen.

Später gibt's dann noch Würstchen mit Kartoffelsalat... und Schokopudding. Mit Schlagsahne. Konsequenz, ick liebe Dir!

Sonntag, 27. Oktober 2013

Hokkaido-Mord!

Herbst ist die Zeit für Mord. Kürbis-Mord!


 
Kürbis fand ich früher mehlig, schmeckt nach nichts. Das sehe ich heute anders. Diese Knolle hat mich in letzter Zeit sehr oft beeindruckt. So zum Beispiel als orientalische Suppe...


Hokkaido ist bisher mein Liebling. Wer schon einmal einen Kürbis zu Halloween ausgehöhlt hat, weiß es definitiv zu schätzen, dass dieser hier nicht geschält werden muss. Aufschneiden, das faserige kerndurchflutete Innere mit einem Löffel ausschaben und den Kürbis in Würfel schneiden. Aufgeschnitten ist er noch viel schöner!


Dann eine Zwiebel in Olivenöl glasig dünsten, die Kürbisstücke dazu geben und mit einem halben Liter Gemüsebrühe ablöschen. Eine Knoblauchzehe hineindrücken. Nach 20 Minuten bei mittlerer Hitze ist der Kürbis gar und kann püriert werden. Bitte sehr gründlich pürieren, Stückchen stören später nur. Gewürzt wird mit Kreuzkümmel, Curry, Salz, Pfeffer und einem Schuss Zitronensaft. Als Abschluss, für die Farbe (und für die Waage) noch einen Schuss Sahne hinzufügen und dann einfach geniessen.



Farblich noch spektakulärer ist Rote Bete - leider so gar nichts für mich. Ich hab immer das Gefühl, ich beiße in einen Klumpen lehmiger Erde - ne, das Experiment ist zwar gelungen, aber essen konnte ich die Suppe nicht. Ich bleib lieber bei Orange - obwohl die aufgespießte Rote Bete sicherlich theatralischer mit dem Messer zu bearbeiten wäre...



Lieblingsessen


Ich hatte Lust auf Überbackenes und ihm stand der Sinn nach einem Hähnchen. Vom Wagen. Geht gar nicht? Genau, geht gar nicht. 

Also hab ich kurzerhand 2 Hähnchenschenkel mit Salz, Pfeffer und Paprika gewürzt und in 2 EL Öl angebraten. Ein Bund Frühlingszwiebeln war schnell geputzt und in 3 cm grosse Stücke geschnitten. 

Die Pflicht-Zutat, wenn man Mr. Hudson begeistern will, ist definitiv kartoffelig. Also 5 - 6 mittelgroße Kartoffeln (vorwiegend festkochend) schälen, in grobe Würfel schnippeln und im Hähnchenöl rundherum lecker braun anbraten - sie müssen nicht gar sein, nur eine schöne Bratkartoffelfarbe sollten sie haben. Salzen, pfeffern und mit 200 ml Brühe und einem Schuss Sahne ablöschen und kurz aufkochen. Kräftig abschmecken. Dann die Kartoffeln mit den Zwiebeln in eine Auflaufform geben, die Hühnerbeine darauf verteilen und für 30 min ab damit in den Ofen auf die unterste Schiene bei 200 °C (Umluft bitte nicht, die Hähnchen werden sonst zu trocken). Dann um die Hähnchenteile herum 100 g geriebenen Greyerzer streuen und noch einmal für 15 min auf die mittlere Schiene im Ofen überbacken. 

Das frische Paprikapulver aus Spanien wird ein wenig dunkel im Ofen.




Und natürlich darf man die Kartoffeln zerdrücken. Oder wollt Ihr die Sauce löffeln?

Beim Hähnchen lohnt es sich übrigens sehr, wenn man auf Bio-Qualität besteht. Sehr teuer, aber schon am Geruch merkt man, dass etwas anders bzw. besser ist - der tranige Muff, der sonst aus dem Ofen aufsteigt, fehlt. Ausserdem schrumpft es nicht, und man (auch Mann) wird in der Tat von einem Bein satt.

Samstag, 26. Oktober 2013

Regen, Wind, Auflauf...


Kürbis, Lauch, Kolrabi, Kartoffeln, Möhren, Spitzkohl, Champignons - Wirsing ist auch super für einen saftigen Gemüseauflauf. Alle Gemüse in feine Scheiben schneiden (am besten mit dem Gemüsehobel), in eine gefettete Auflaufform schichten und mit einer cremigen Käse-Sahne-Sauce übergießen. Käse drüberstreuen, Butterflöckchen verteilen und 30 min in den vorgeheizten Backofen damit (Finger weg von Umluft, der Auflauf soll doch saftig werden!)


Die Sauce geht ganz einfach: 300 ml Milch erhitzen, 2 EL Mehl in zwei EL kalter Milch verrühren und zu der heißen Milch geben. Salz, Pfeffer, ein Fitzelchen Knoblauch dazu, geriebenen Käse darin schmelzen - das war es schon. Ich nehme Greyerzer, man kann aber auch variieren mit Gorgonzola, Parmesan, Gouda oder Emmentaler... je nach Belieben.



Dazu ein Rosé-Wein und der Regen ist egal...


Montag, 20. Mai 2013

Batate a la plancha

Ganz am Anfang hatte ich ja geschrieben, dass ich sehr gern auch mal in die internationale Küche schiele. Gestern - nach einem ausgiebigen Gartentag mit Umpflanzaktionen, Buschausgrabungen und Löwenzahnrodungen - packte uns die Grilllust. Da wir kein Fleisch und keine Bratwurst im Haus hatten, wurde es ein Veggie-Grillen mit Batate und Chorizo.

Es gab eine Gemüsepfanne aus roter, grüner und gelber Paprika, Zwiebeln und Champignons. Gegrillt in einer Grillpfanne und gewürzt mit einem Öl aus Olivenöl, Knoblauch, Meersalz und Chiliflocken. Und da wir noch Süsskartoffeln aus der letzten Biokiste übrig hatten, habe ich diese einfach in Scheiben geschnitten und ebenfalls mit dem Öl bepinselt. Und diese Süsskartoffelscheiben waren erstens ein echter Augenschmaus und zweitens genial lecker. Wir hatten noch ein wenig Chorizo übrig, die gesellte sich zu den Batate und war als kleine Fleischeinlage sehr willkommen. Aber Gemüse allein reicht eigentlich vollkommen, nur muss es vernünftig gewürzt sein, dann vermisst man auch das Fleisch nicht. Und zum Reißen gibts ja immer noch Brot dazu. Ausserdem haben wir bei der Gelegenheit unsere Kochbücher mal nach Gemüse-Grill-Rezepten durchforstet - und davon werde ich in den folgenden Monaten berichten - vorausgesetzt, das Wetter macht mit.

Bilder folgen, gestern war ich zu faul, die Kamera hervorzuholen... Euch und uns einen hoffentlich angenehm warmen Grillsommer!