Montag, 11. Februar 2013

Reissalat

Abgezwackter Reissalat - ich liebe ihn. Endlich war es mal wieder so weit. Übrig geblieben waren eine stattliche Portion Basmati-Reis vom Hühnerfrikassee-Gelage, ein Stück von der Sexy Paprika und eine Frühlingszwiebel. Weiterhin im Kühlschrank zu finden war eine dieser Minigurken aus dem Bioladen, die unverschämt nach Gurke schmecken. Und Kirschtomaten.



Das alles und noch ein klein bisschen Olivenöl, Essig, Salz, Pfeffer und Chiliflocken miteinander verrühren, ziehen lassen und mit frischem Brot geniessen. Ich finde ja, das Brot kann man auch weglassen. Mr. H. sieht das grundlegend anders.

Saulecker ist übrigens Vollkornbrot, das man eingefroren hat und im Toaster aufbackt. Da hat er ja dann doch mal recht, mein Mr. H.

Sonntag, 10. Februar 2013

Mediterranes Grillgemüse mit Kartoffel-Knoblauch-Stampf

Jetzt aber - Sonne in den Topf! Das Wetter war heute nun doch endlich mal blau, und die Sonne wärmte sogar schon ein wenig. Da muss man doch gleich reagieren und die Sonne hinter den Herd holen!



4 Kartoffeln schälen und mit drei Knoblauchzehen und Salzwasser aufkochen (Ruby, my love....). Eine rote Paprika (wie die von gestern: rot, prall, saftig, sexy), zwei Bund Frühlingszwiebeln und 6 grosse Bio-Champignons (genauso sexy wie die Paprika!) putzen und in eine Auflaufform legen. Mit Olivenöl beträufeln und mit Meersalz und Chiliflocken würzen. Ein Zweig Rosmarin und ein paar schwarze Oliven runden das Ganze ab. Und nun hinein in den auf 220 Grad vorgeheizten Ofen auf die untere Schiene.

Grandios!


Wenn die Kartoffeln gar sind, das Gemüse im Ofen auf eine der oberen Schienen verfrachten, den Backofengrill anschalten, vorher nochmal umrühren und dann grillen. Die Kartoffeln und die Knoblauchzehen mit Olivenöl locker zerstampfen und mit etwas Meersalz würzen.


Sonnenbrille auf und geniessen! Euch eine schöne und hoffentlich sonnige Woche.

Samstag, 9. Februar 2013

Frühstück in Paris

Ich war in Paris. Was für eine Stadt! Und alle meine Klischees wurden bedient. Der Verkehr ist höllisch und die Taxifahrer sind Verbrecher, die Städter wirken hochnäsig, die Damen sind Madame und die Herren Monsieur und bezahlbar ist eigentlich gar nichts. Aber dafür bekommt man sehr sehr viel für's Auge - Eleganz, Glanz, Kunst, Pompöses und Schlichtes, Hässliches und sogar ganz Normales wie dieses herrliche Frühstück.

Croissants, Hühnerbein und Aprikosenmarmelade. Was das Hühnerbein da zu suchen hatte? Nix, es war aber lecker.

Balsamico, Olivenöl, Rosinenbrot und Camembert

Einen Traum hat man mir dort jedenfalls erfüllt - ich wollte schon immer dieses gesalzene Caramell-Eis probieren. Und prompt stand es auf der Karte des Restaurants, das wir am ersten Abend besuchten. Es war zwar die reine Sünde, aber sie war es mehr als wert. Zumal sie sich an eine zweite Sünde lehnte, nämlich an eine herrlich aromatische Tarte Tatin (der berühmte gestürzte Apfelkuchen). 



Und als Erinnerung habe ich mir natürlich ein Kochbuch mitgebracht. Das bringt mich zwar sicherlich an die Grenzen meines sprachlichen Könnens (6 Jahre in der Schule sind recht viel, aber diese Zeit liegt ja nun auch schon ungefähr, naja, knappe 2 Jahre zurück....), aber es wird mich sicherlich auch glücklich machen, vorausgesetzt, ich kann diese wunderbaren Köstlichkeiten wirklich zaubern.



Es vereint wirklich alles, was man sich so kulinarisch zu Frankreich denkt - Austern, Aufläufe und Auberginen findet man genauso wie Ratatouille, Tarte Tatin und Madeleines. Formidable. Nun muss ich nur noch die Reste Französisch aus meinem Hirn zusammenkratzen und mit einem Wörterbuch bewaffnet übersetzen und rausfinden, wie ich das Ganze in unsere neuen Koch- und Essgewohnheiten pressen kann. Aber wird schon - weniger Fett, Portionen ein wenig kleiner, lieber einen Salat dazu und nicht so oft daraus kochen, sondern immer mal wieder etwas einstreuen. Dann passt das auch in unser Konzept.


Bonne chance et au revoir a Paris!


Sauerkrautauflauf

Ich weiss grad nicht so wirklich, ob ich mich nun über diesen Winter freuen oder mich eher ärgern soll. Ein Teil von mir lechzt nach Sonne, Wärme oder mindestens angenehmen Temperaturen. Und nach blauem Himmel! Man hat das Gefühl, seit November ist der Himmel grau, es ist nasskalt ohne Unterlass und so langsam drückt es dann doch auf's Gemüt, das triste Einerlei. Der andere Teil von mir mag dieses Wetter aber auch. Gemütlich bei Kerzenschein lesen geht nun mal nicht bei Sonnenschein. Und ausserdem schneit es bei uns nun schon seit zwei Tagen und alles ist wieder unter eine weiche weisse Hülle geschlüpft. Allemal besser als diese fiesen Kahlfröste, die so nebenher auch das Gartenportemonnaie kahl fressen, weil die Hälfte der Pflanzen die Eisattacke nicht überlebt, so wie im letzten Jahr.

Die Vögel kommen nun auch mehr als dankbar wieder an ihre Futterstellen, die wir heute frisch aufgefüllt haben. Und wenn ich es mir recht überlege..... was will ich mehr? Ein schöner weisser Februar ist doch wesentlich netter als ein matschiger Jahresanfang. Und mit ein paar sonnigen Tulpen und Hyazinthen im Wohnzimmer und einem wärmenden Abendessen ist das alles auch gar nicht mehr so schlimm.

Nach der erneuten Schneeschipperei merkte Mr. H. heute morgen an, ihm sei nach einem kräftigen Auflauf. Nur... ohne Fleisch? Mal schauen, was die Batterie an Rezeptheften und Kochbüchern so hergibt. Wie wäre es mit einem Sauerkrautauflauf? Ich lasse lieber erst einmal unerwähnt, dass sich Paprika darin befinden wird.

Paprika wie gemalt.


Ruby kümmert sich um die Kartoffeln (500 g Salzkartoffeln), während ich eine Zwiebel in Würfel schneide und eine Dose Sauerkraut abtropfen lasse. Die Zwiebel in einem TL Öl glasig dünsten und das abgetropfte Sauerkraut dazu geben. Mit 2 TL Zucker und Salz und Pfeffer würzen und zehn Minuten köcheln lassen. Währenddessen die Paprika (eine wunderbar feste, dunkelrote Schote aus dem Biomarkt, die beim Probieren herrlich saftig und richtig schön paprikaisch schmeckt) in schmale Streifen schneiden und zum Sauerkraut geben.

Das Sauerkraut muss abtropfen, sonst muss zuviel Zucker dazu.


Die Kartoffeln ausdämpfen und mit einem EL Butter grob zerstampfen. Den Kartoffelstampf mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss würzen und mit dem Sauerkraut vermengen. In eine gefettete Auflaufform geben und aus 2 Eiern, einem Becher Creme légère und Salz und Pfeffer eine Sauce aufschütteln. Diese gleichmäßig über den Auflauf geben und alles bei 200 Grad auf der unteren Schiene im Backofen 45 min backen (ohne Umluft, wird sonst zu trocken).

Sonnengelber Kartoffelstampf - schon der Anblick macht warm.

Das macht wunderbar warm im Bauch und richtig schön satt. Reicht übrigens für 4 Portionen. Und ich brauch Montag nicht zu kochen. Und Mr. H. fand die Paprika saulecker.

Saftig und herrlich aromatisch. Und Speck wurde nicht vermisst.



Sonntag, 3. Februar 2013

Spaghetti puttanesca

Eine nette Bekannte aus den Weiten des ja durchaus auch mal netten Internets gab den Anstoß zu dieser würzigen Nudelvariante. Endlich mal eine kräftige Nudelsauce ohne Sahne, bei der sich die Zutaten zu einem herrlich aromatischen Gericht zusammenfügen! Sonst gibts beim Italiener um die Ecke ja meistens die feisten Sahnesaucen. Tomaten-Sahne, Käse-Sahne, Brokkoli-Sahne, Knoblauch-Sahne, Sahne-Sahne.... nix gegen eine gute Sahnesauce, aber meine Güte, geht doch auch mal ohne, oder? Ich wette, das ist so eine deutsche Erfindung, Sahne in Nudelsaucen zu schütten. Macht schön pampig und schnell satt, da kann man bei den anderen teuren Zutaten sparen. Der wirklich gute Italiener macht sowas nicht. Wirklich gute Italiener schmeissen auf die Pizza auch keinen Klebschinken, keine deutsche Discounter-Salami und auch keinen Käse, der kein Käse ist.

Wir gehen lieber einmal seltener italienisch essen, dafür aber eben besser und original und mit guten Zutaten. Jedenfalls, wenn Mrs. B. mal keine Lust auf's Kochen hat. Aber das ist ja nicht so oft.

Superlecker sind die Oliven, die ich mal aus Frankreich mitgebracht habe. Sie sind schwarz, trocken eingelegt und sehr aromatisch.
Gibt's hier auch als griechische Variante, hab ich aber noch nicht ausprobiert.

Während die Spaghetti bissfest im Salzwasser vor sich hingurgeln, gebe ich 1 EL Olivenöl in die Pfanne und lasse darin eine in kleine Würfel geschnittene Zwiebel, 1-2 getrocknete Chilischoten und 6 Sardellenfilets sanft schmoren, bis die Sardellen zerfallen. Nicht so heftig, sonst wird die grosse gepresste Knoblauchzehe bitter, die jetzt zusammen mit 6 schwarzen Oliven ohne Kern und 2 EL kleinen Kapern ihren Weg in die Pfanne findet. Sie bringen die nötige Säure, man schmeckt sie aber nicht raus. Einfach mal probieren! Ihr mögt keine Kapern? Dann macht Euch was anderes, weglassen ist hier nicht.

Hilfe, ich seh nix mehr! Aber das duftet...

Abgelöscht wird mit 1-2 Dosen passierten Tomaten und dann köchelt alles solange, bis auch die Spaghetti gar sind. Zum Schluss folgt das Abschmecken mit Oregano und frisch gemahlenem Pfeffer und die Spaghetti wandern direkt aus dem Topf in die Sauce. Schön alles miteinander verrühren, den frischen Parmesan reiben und ab damit in die Schüssel und rauf auf den Tisch. Dazu passt natürlich ein sündiger Rotwein...



Auch sehr lecker: ein bisschen Thunfisch dazugeben. Wir lassen das heute und stürzen uns auf die normale Variante.
Lieben Dank für die Idee ;-)